Inhalte und Referent/innen
Modul 5: Lern- und Handlungsfeld Armut fern und nah, 7.10.-8.10.2016
Referenten: P. Georg Sporschill, Martin Schenk
Armut ist kein Schicksal. Armut ist ein Skandal für das 21. Jahrhundert. Armut betrifft zwei Drittel der Menschheit. Arme sind Opfer des Systems.
Arme spielen eine zentrale Rolle in Theologie und Kirche. Die Glaubwürdigkeit theologischer Aussagen über Heil, Erlösung und der Liebe Gottes zu den Schwachen werden in Frage gestellt, wenn täglich Unheil, Leid und Gewalt erlebt werden. Armut im Fokus menschlichen Lebens zu sehen verändert nicht nur persönliche Sichtweisen und Blickwinkel.
Das erfordert ein Sich-Einlassen auf die Welt der Armen, ein Mitgehen auf “den Straßen der Welt”. Bekanntes wird aus einer neuen Perspektive beleuchtet. Was und wie arme Menschen leben und glauben, ist wesentlich. Das Ringen um menschliche Würde, um ein Gehört-Werden wird offenbar, gleichzeitig sind Arme Korrektiv im Wahrnehmen des menschlichen Zusammenlebens.
“Option für die Armen heißt, ganz unten anzufangen und uns von ´denen da unten´ bekehren und inspirieren zu lassen.” (M. Kuhnert) Die Option für die Armen hat befreienden und emanzipatorischen Charakter, wenn zuallererst Arme als Subjekte zu Wort kommen und gehört werden, wahrgenommen und ernst genommen werden. Dann erst folgen Handlungsimpulse und soziale Konzepte.
„Wir gehen dorthin, wo die Not am größten ist.“, sagt P. Georg Sporschill und lädt ein, einzutauchen in das Projekt Elijah in Rumänien, einem Ort der Menschlichkeit und des solidarischen Handelns.
Durch ein Kennenlernen von Netzwerken gegen Armut und soziale Ausgrenzung werden neue Handlungsoptionen eröffnet.
Denn "Vergesst dir Armen nicht”, hat Papst Franziskus der Welt zugerufen.